Jugendcamp »Find Your World«
Phase 1
Nach dem Brand:
Asyl bei den Muslimen
Die Organisatoren
»Es war klar, dass die jüdische Hütte nicht mehr bewohnbar
ist, und nun kam die Frage: Wie geht es weiter? Wir waren ja noch nicht am
Ende mit der Phase des Getrenntlebens. Da sind die Juden kurzerhand zu den
Muslimen gezogen, das hat natürlich dem Camp-Projekt eine interessante
Wendung gegeben. Not verbindet, kann man da wirklich sagen.«
David
(Jude)
»Die Juden wurden für den verbleibenden Tag der getrennten
Phase in der Hütte der Muslime untergebracht. Da die jüdische und
die muslimische Gruppe schon vorher gut miteinander auskamen, war das Zusammenziehen
kein Problem.«
Dilek
(Muslima)
»Ich saß am Büchertisch und las, als Issy in unsere
Hütte kam und uns um ›Asyl‹ bat, da die jüdische Hütte
nach dem Brand nicht mehr bewohnbar war. Wir frühstückten gemeinsam
mit den Juden. Da wir bereits am Mittwochabend Kontakt mit den Juden hatten,
fiel uns das frühzeitige Zusammenleben mit ihnen nicht schwer.
Unser erstes
Zusammentreffen hatte bei uns schnell den Eindruck hinterlassen, dass die Juden
mit uns innerhalb der Religion viel gemeinsam haben. So war Sympathie auf beiden
Seiten vorhanden. Wir führten unseren muslimisch-jüdischen Dialog
weiter: Wir lasen Koranstellen und suchten im Alten Testament nach ähnlichen
Stellen.«