Die Dringlichkeit ethischer Standards für ein globales Wirtschaften
zeigt sich besonders in drei Bereichen:
Foto links:
Tempelanlage in Sri Lanka
Foto Mitte:
Hinweistafel »Königlicher Gerichtshof« in Bhutan
Kultur
Unterschiedliche Kulturen haben meist unterschiedliche Wertesysteme. Was im Westen
verurteilt wird – etwa Kinderarbeit oder die Diskriminierung von Frauen – kann
in anderen Kulturen üblich oder zumindest geduldet sein. Dies kann von Unternehmen
als Wettbewerbsvorteil genutzt werden.
Kulturelle Unterschiede dürfen aber nicht als Alibi dienen, um ethische
Mindeststandards (Soziales, Umwelt, Menschenrechte ...) zu unterlaufen.
Recht
Gesetzgebung und Rechtsprechung sind weltweit sehr unterschiedlich. Was in manchen Ländern verboten ist und streng geahndet wird – etwa Korruption und Schmiergeld-Zahlungen –, kann in anderen Ländern Normalität sein.
Unternehmer und Manager können sich im Ausland nicht immer auf dortiges Recht verlassen. Entscheidungen und Geschäftspraktiken dürfen nicht nur gesetzlich erlaubt, sondern sollten immer auch ethisch vertretbar sein.
Verantwortung
Multinationale Unternehmen haben heute oft größere wirtschaftliche
Macht als manche Staaten. Während sich aber Staaten – zumindest
im Prinzip – gegenüber ihren Bürgern zu verantworten haben,
müssen Unternehmen oft nur ihren Anteilseignern (shareholder), nicht aber
allen Betroffenen (stakeholder) Rechenschaft ablegen.
Zudem erschwert die Globalisierung die staatliche Kontrolle wirtschaftlicher
Aktivitäten. Deshalb wurde in den letzten Jahren der Ruf nach umfassender
unternehmerischer Verantwortung (corporate responsibility) immer lauter.