Interner Konflikt: Streit der FRELIMO und der RENAMO über
das richtige Gesellschaftssystem: kommunistisch/sozialistisch oder kapitalistisch/bürgerlich. Externer Konflikt: Einmischung von Apartheid-Staaten (Südafrika, Rhodesien)
und anderen Nachbarstaaten in den Konflikt zur Wahrung eigener Interessen.
FRELIMO – Regierung
Die »Mosambikanische Befreiungsfront« FRELIMO kämpft ab den
1960ern gegen die portugiesische Kolonialmacht. 1975 übernimmt die FRELIMO
die Macht und Mosambik wird unabhängig. Die FRELIMO-Regierung etabliert
ein kommunistisches Einparteiensystem, verstaatlicht Industriebetriebe und
unterdrückt die freie Religionsausübung. 1977 erklärt sich die
FRELIMO, von der UdSSR unterstützt, zu einer marxistisch-leninistischen
Partei.
RENAMO – Widerstandsbewegung
Nach der Unabhängigkeit 1975 wird die terroristische Widerstandsgruppe
RENAMO gegründet. Erst mit wachsender Unzufriedenheit der Bevölkerung
erfährt sie nennenswerten Zulauf. Mit Unterstützung von Rhodesien
und Südafrika beginnt die RENAMO ihren bewaffneten Kampf gegen das kommunistische
FRELIMO-Regime. Mit Massakern, Einschüchterung der Zivilbevölkerung,
Entführung von Entwicklungshelfern, Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten
und Zerstörung der Infrastruktur bringt sie große Teile des Landes
unter ihre Kontrolle und macht dort die kommunistischen Reformen rückgängig.
Rhodesien, Südafrika und andere afrikanische Staaten
Die weißen Apartheidsregierungen Südafrikas und der britischen Kolonie
Rhodesien befürchten,
dass auch hier nach dem Beispiel Mosambik die einheimische schwarze Bevölkerung
an die Macht gelangen und ein kommunistisches Regime errichten könnte.
So unterstützt Rhodesien bis zu seiner Unabhängigkeit
1980 die RENAMO; danach übernimmt Südafrika diese Unterstützung
(mit Geld, Waffen etc.) bis zum Ende der Apartheid 1990.
Andere afrikanische Staaten wie Tansania (seit 1961 unabhängig und bis
Anfang der 1990er ebenfalls ein sozialistischer Staat) und Simbabwe, Sambia
und Malawi (zusammen das ehemalige Rhodesien) unterstützen je nach wirtschaftlicher
und politischer Interessenlage beide Konfliktparteien.
Sant’ Egidio – katholische Laienbewegung
Die Bewegung wurde 1968 von Schülern gegründet; ihr Sitz befindet
sich seit 1986 im ehemaligen Karmeliterinnenkloster Sant’ Egidio in Rom.
Inspiriert vom Zweiten Vatikanischen Konzil sind ihre zentralen Anliegen: Gebet,
Weitergabe des Evangeliums, ökumenischer und interreligiöser Dialog
und Hilfe für die Armen (zunächst in Rom, dann in aller Welt).
In den 1980ern beginnt ihr Engagement in der politischen Friedensvermittlung:
als Voraussetzung für wirksame humanitäre Hilfe. Sant’ Egidio
leistet u. a. Friedensarbeit im Libanon (1982) und in Algerien (1999). In 300
Gemeinden in mehr als 70 Ländern sind heute ca. 50.000 Mitglieder organisiert,
ein weltweites Netzwerk von Kontaktpersonen.
In Mosambik engagiert sich Sant’ Egidio seit 1984 humanitär. In
den Friedensverhandlungen seit 1989 führen ihre Vermittler die Konfliktparteien
mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Respekt zu einer eigenen Lösung.