Die DDR-Regierung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)
Politisches Ziel der DDR-Regierung war die Errichtung eines sozialistischen »Arbeiter-
und Bauernstaates«, orientiert am Vorbild Sowjetunion. Wie in den anderen
kommunistischen Staaten des Ostblocks war dies mit einer Reihe sozialer Errungenschaften
verbunden (soziale Grundsicherung, geringe Arbeitslosigkeit, berufliche Chancengleichheit
von Mann und Frau etc.). Umgekehrt bedeutete es aber auch eine massive Einschränkung
bürgerlicher Freiheitsrechte (staatliche Überwachung, Einschränkung
von Meinungsfreiheit und Reisefreiheit etc.), was zu immer mehr Unzufriedenheit
in der Bevölkerung führte.
Das Verhältnis der Regierung zur Kirche war ambivalent: Die SED propagierte
Atheismus, bezeichnete Religionen als überflüssig und drängte
den gesellschaftlichen Einfluss der Kirche nach Kräften zurück; zugleich
versuchte sie die Kirche für ihre Politik zu gewinnen.
Die Evangelische Kirche
Die Evangelische Kirche hatte in der DDR eine Sonderrolle inne. Sie besaß mehr
Rechte und Freiheiten als jede andere Institution und bewegte sich jahrzehntelang
auf einem schmalen Grat zwischen Annäherung an das Regime und Abgrenzung
zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit. Sie wollte »Kirche im Sozialismus« sein,
versuchte »zwar für alle, aber nicht für alles« (Bischof
Leich) da zu sein, um ihre bevorzugte Stellung nicht zu gefährden.
Bevölkerung und politische Opposition
Die politische Wende in der DDR wurde letztendlich vor allem durch die Massendemonstrationen
unzufriedener DDR-Bürger (»Wir sind das Volk!«) erzwungen.
Vorbereitet wurde dieser Protest durch die jahrzehntelange Arbeit Oppositioneller
aus Kunst, Politik, Wissenschaft und Publizistik, und deren kontinuierlichem
Widerstand gegen das DDR-Regime.