Bereits 1993 machte der US-Politologe und Pentagon-Berater Samuel
Huntington von sich reden mit der These von einem unausweichlichen »Zusammenprall
der Kulturen« – eine These, die seit den Terroranschlägen
vom 11. September 2001 in aller Munde ist.
Huntingtons Kernthese: Die Kriege des 19. Jh. waren Kriege zwischen Nationalstaaten, die Weltkriege des 20. Jh. waren Kriege zwischen Großideologien (Kommunismus, Faschismus / Nationalsozialismus) und die Kriege des 21. Jh. werden Kriege zwischen »Zivilisationen« sein, bei denen Kulturen und Religionen als Akteure in den Mittelpunkt rücken.
Huntington zeigt in seinen Analysen, dass Konflikte vor allem dort auftreten, wo Religionen und Kulturen entlang von Jahrhunderte alten »Bruchlinien« (fault lines) aufeinanderprallen. Für das 21. Jh. sagt er einen unausweichlichen Zusammenprall von westlicher und islamischer (gemeinsam mit chinesischer!) Zivilisation voraus.
