Politik aus Verantwortung: zwischen Real- und Idealpolitik
Nicht tauglich für eine neue Weltpolitik ist die bloße
Erfolgsethik
der Realpolitiker
für die der politische Zweck alle Mittel, auch unmoralische wie Lug,
Betrug, Verrat, politischen Mord und Krieg, »heiligt«.
Nicht tauglich für eine neue Weltpolitik ist auch die bloße
Gesinnungsethik
der Idealpolitiker
für die eine rein moralische Motivation und der gute Zweck (z.B. »nationale
Einheit«, »Friede«, »Menschenrechte«) ausreicht,
die sich aber um reale Machtverhältnisse, konkrete Durchsetzbarkeit
und um mögliche negative Folgen zu wenige Gedanken machen.
Tauglich für eine neue Weltpolitik ist nur eine
Ethik der
Verantwortung (mehr)
Sie setzt eine Gesinnung voraus, fragt aber realistisch nach den voraussehbaren,
besonders auch negativen Folgen einer bestimmten Politik und übernimmt
dafür auch die Verantwortung. Die Kunst der Politik im nach-modernen
Paradigma besteht darin, das politische Kalkül (der modernen Realpolitik)
und das ethische Urteil (der Idealpolitik) überzeugend zu verbinden.