
7. Weltethos-Rede am 8. Mai 2007
Helmut Schmidt, Altbundeskanzler
»Zum Ethos des Politikers«
»In vielen Fällen finden Politiker weder Entscheidungshilfen im
Grundgesetz, in ihrer Religion, in einer Philosophie oder Theorie; sondern
sie sind allein angewiesen auf ihre eigene Vernunft und ihre eigene Urteilskraft,
und auf ihr eigenes Gewissen. Tatsächlich, so denke ich, müssen nicht
nur ganz allgemein die Folgen, sondern ausdrücklich auch die ungewollten
Folgen, auch die in Kauf genommenen oder nicht vorhergesehenen Nebenwirkungen
gerechtfertigt sein; die Ziele seines Handelns müssen moralisch gerechtfertigt
sein. Sie müssen verantwortet werden können.«