
»Der Christ soll kein Hindu oder Buddhist werden, noch soll ein Hindu
oder Buddhist ein Christ werden. Aber jeder muss den Geist der anderen
aufnehmen und dennoch seine Individualität bewahren und wachsen nach seinem
eigenen Gesetz des Wachstums. Wenn das Parlament der Religionen der Welt eines
gezeigt hat, dann dies: Es hat der Welt bewiesen, dass Heiligkeit, Reinheit
und Nächstenliebe nicht die exklusiven Besitztümer irgendeiner Kirche
der Welt sind und dass jedes System Männer und Frauen mit herausragendem
Charakter hervorgebracht hat. Und sollte jemand vom ausschließlichen Überleben
der eigenen Religion und der Zerstörung der anderen träumen, dann
habe ich aufgrund dieser Tatsache aus tiefstem Herzen Mitleid mit ihm und mache
ihn darauf aufmerksam, dass trotz Widerständen auf dem Banner jeder
Religion bald geschrieben stehen wird: ›Hilfe und nicht Kampf‹, ›Anpassung
und nicht Zerstörung‹, ›Harmonie und Frieden und nicht Uneinigkeit‹.«
S. Schlensog, Der Hinduismus, München 2006, S. 378